Difference between revisions of "Die Bedingungen für das Evernet"
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Man stelle sich stattdessen einen kleinen, stabilen Bildschirm vor, vielleicht so groß wie die bisherige Programmzeitschrift. Das Gerät weiß auf alle Fälle, welche Sender wir überhaupt empfangen können, zeigt uns also nicht die Programme der exotischen Sender. Wir können ihn zudem auch weiter personalisieren und ihm auch erzählen, welche Sendungen wir mögen. Das Gerät wird die entsprechenden Sendungen hervorheben. Zudem kann schaut sie auch nicht immer nur ein oder zwei Wochen in die Zukunft, sondern gleich soweit, wie die Fernsehanstalten geplant haben. Wir werden mit diesem Gerät nie wieder einen Film mit unserem Lieblingsdarsteller verpassen, nie wieder eine Diskussion zu einem bestimmten Thema. Gleichzeitig können wir auch die zeitlichen Rahmen geschickter anpassen, statt die jeweilige Seite umständlich durch Blättern zu suchen, kann stets das aktuelle Programm als erstes zu sehen sein. Bewertungen von Fernsehfilmen von Redakteuren, die widerum von uns bewertet werden, wie sehr wir mit deren Kritiken übereinstimmen, erlaubt uns ein auf uns zugeschnittenes Bewertungssystem für Filme. Auch der wöchentliche Papiermüll, der durch die Zeitschriften in Millionen von Haushalten verursacht wird, entfällt. Bewahren sie mal ihre eigenen Tageszeitungen, Zeitschriften und Fernsehprogramme für nur einen Monat auf, und dann rechnen sie auf ein Jahr und eine Stadt hoch. | Man stelle sich stattdessen einen kleinen, stabilen Bildschirm vor, vielleicht so groß wie die bisherige Programmzeitschrift. Das Gerät weiß auf alle Fälle, welche Sender wir überhaupt empfangen können, zeigt uns also nicht die Programme der exotischen Sender. Wir können ihn zudem auch weiter personalisieren und ihm auch erzählen, welche Sendungen wir mögen. Das Gerät wird die entsprechenden Sendungen hervorheben. Zudem kann schaut sie auch nicht immer nur ein oder zwei Wochen in die Zukunft, sondern gleich soweit, wie die Fernsehanstalten geplant haben. Wir werden mit diesem Gerät nie wieder einen Film mit unserem Lieblingsdarsteller verpassen, nie wieder eine Diskussion zu einem bestimmten Thema. Gleichzeitig können wir auch die zeitlichen Rahmen geschickter anpassen, statt die jeweilige Seite umständlich durch Blättern zu suchen, kann stets das aktuelle Programm als erstes zu sehen sein. Bewertungen von Fernsehfilmen von Redakteuren, die widerum von uns bewertet werden, wie sehr wir mit deren Kritiken übereinstimmen, erlaubt uns ein auf uns zugeschnittenes Bewertungssystem für Filme. Auch der wöchentliche Papiermüll, der durch die Zeitschriften in Millionen von Haushalten verursacht wird, entfällt. Bewahren sie mal ihre eigenen Tageszeitungen, Zeitschriften und Fernsehprogramme für nur einen Monat auf, und dann rechnen sie auf ein Jahr und eine Stadt hoch. | ||
| − | Auch Nachschlagewerke wie der Fischer Weltalmanach oder Enzyklopädien sind nicht für die Papierform geschaffen: ständig ändert sich etwas, und egal wie dick diese Bücher sind, nie enthalten sie alles. Das Netz bietet dagegen ein gewaltigen Fundus an Wissen an, und selbst solch renommierte Nachschlagewerke wie die Enzyklopaedia Britannica oder die Bertelsmann Lexiktohek sind inzwischen kostenlos im Netz zu benutzen, zudem mit Volltextsuche und logischen Verknüpfungen durchsuchbar. Wer will da noch die Bücher im Regal, außer zur Repräsentation, sprich: zum angeben? | + | Auch Nachschlagewerke wie der Fischer Weltalmanach oder Enzyklopädien sind nicht für die Papierform geschaffen: ständig ändert sich etwas, und egal wie dick diese Bücher sind, nie enthalten sie alles. Das Netz bietet dagegen ein gewaltigen Fundus an Wissen an, und selbst solch renommierte Nachschlagewerke wie die [https://www.britannica.com/ Enzyklopaedia Britannica] oder die [https://www.wissen.de/ Bertelsmann Lexiktohek] sind inzwischen kostenlos im Netz zu benutzen, zudem mit Volltextsuche und logischen Verknüpfungen durchsuchbar. Wer will da noch die Bücher im Regal, außer zur Repräsentation, sprich: zum angeben? |
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- Zuerst veröffentlicht auf dieser Website am 26. März 2001.
Ich bin ein unverbesserlicher Optimist, wie man in Zukunft, wenn man es nicht ohnehin schon weiß, an meinen Visionen bemerken wird. Personen, die vor zukünftigen Entwicklungen warnen, gibt es ohnehin genug, also ergreife ich das Wort für all' jene, denen die Zukunft gar nicht schnell genug kommen kann.
Zu dieser Zukunft gehört für mich das Evernet. Den Begriff machte der Autor Thomas Friedman in seinem Buch 'The Lexus and the Olive Tree' bekannt, und obwohl ähnlich, haben die meisten Leuten, wenn sie diesen Begriff verwenden, doch eine andere Vorstellung davon.
Die meine möchte ich im folgenden kurz vorstellen.
Das Evernet ist eine logische Fortführung des Internets. Die Anfänge können wir schon sehen, die ersten Schritte in diese Richtung sind getan. Dazu gehören mobile Geräte, die etwa das Wap-Protokoll verstehen, dazu gehören Flughäfen, Kongresshallen und Hotels, die ihren Besuchern überall Zugang zum Netz über ein BlueTooth-Netzwerk anbieten. Hier soll es aber nicht um die technischen Details gehen, sondern darum, was man alles damit erreichen kann.
Wer heute ins Netz geht, muss meist einem viele tausend Mark teuren Rechner anwerfen, sich ins Netz einwählen und dann kann er los in die nahezu unendliche Welt der Daten. Um aber schnell das TV-Programm zu durchsuchen, um herauszufinden, zu welcher Zeit doch noch die Wiederholung der Fernsehserie kommt, oder um schnell die Schlagzeilen der Tagesschau durchzulesen, dafür ist das Internet, so wie wir es kennen, einfach nicht geeignet. Wie kann man das ändern?
Dazu müssen gleich mehrere Entwicklungen zusammenkommen: statt einen PC, denn man hochfährt, sollte es Geräte geben, die sofort bedienbar sind, wie wir es vom Fernsehen, vom Telefon oder vom Buch her kennen. Keine oder kaum Wartezeit erhöht die Akzeptanz ungemein. Diese Geräte sollten auch ständig mit dem Netz angeschlossen sein - entsprechend benötigt man unbedingt sogenannte Flatrates. Wieviel würden wir wohl fernsehen, wenn wir nicht einmal im Monat die Grundgebühr zahlen müssten, sondern pro gesehene Minute? Wie hoch wäre dann unsere Akzeptanz für Werbung, für Verlängerungen von Shows, für Änderungen im Programm?
Um also dem Internet zur nächsten Evolutionsstufe zu verhelfen benötigen wir dringend Pauschaltarife und stabile Rechnersysteme und Geräte. Erst dann wird ein kleiner, günstiger und robuster Bildschirm mit einfachen Bedienelementen die Fernsehzeitschrift und wohl auch die Tageszeitung und das Wochenmagazin im Wohnzimmer ersetzen können. Gerade Zeitschriften, die das Fernsehprogramm abdrucken, sind ein vollständig und verlustfrei ersetzbares Medium. Papier ist dafür eigentlich ungeeignet.
Man stelle sich stattdessen einen kleinen, stabilen Bildschirm vor, vielleicht so groß wie die bisherige Programmzeitschrift. Das Gerät weiß auf alle Fälle, welche Sender wir überhaupt empfangen können, zeigt uns also nicht die Programme der exotischen Sender. Wir können ihn zudem auch weiter personalisieren und ihm auch erzählen, welche Sendungen wir mögen. Das Gerät wird die entsprechenden Sendungen hervorheben. Zudem kann schaut sie auch nicht immer nur ein oder zwei Wochen in die Zukunft, sondern gleich soweit, wie die Fernsehanstalten geplant haben. Wir werden mit diesem Gerät nie wieder einen Film mit unserem Lieblingsdarsteller verpassen, nie wieder eine Diskussion zu einem bestimmten Thema. Gleichzeitig können wir auch die zeitlichen Rahmen geschickter anpassen, statt die jeweilige Seite umständlich durch Blättern zu suchen, kann stets das aktuelle Programm als erstes zu sehen sein. Bewertungen von Fernsehfilmen von Redakteuren, die widerum von uns bewertet werden, wie sehr wir mit deren Kritiken übereinstimmen, erlaubt uns ein auf uns zugeschnittenes Bewertungssystem für Filme. Auch der wöchentliche Papiermüll, der durch die Zeitschriften in Millionen von Haushalten verursacht wird, entfällt. Bewahren sie mal ihre eigenen Tageszeitungen, Zeitschriften und Fernsehprogramme für nur einen Monat auf, und dann rechnen sie auf ein Jahr und eine Stadt hoch.
Auch Nachschlagewerke wie der Fischer Weltalmanach oder Enzyklopädien sind nicht für die Papierform geschaffen: ständig ändert sich etwas, und egal wie dick diese Bücher sind, nie enthalten sie alles. Das Netz bietet dagegen ein gewaltigen Fundus an Wissen an, und selbst solch renommierte Nachschlagewerke wie die Enzyklopaedia Britannica oder die Bertelsmann Lexiktohek sind inzwischen kostenlos im Netz zu benutzen, zudem mit Volltextsuche und logischen Verknüpfungen durchsuchbar. Wer will da noch die Bücher im Regal, außer zur Repräsentation, sprich: zum angeben?
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